Klima-Rückblick – April 2026: Ein trockener Monat im Fokus

Der April zeichnete sich durch besonders trockene Bedingungen aus. Diese Situation erregte früh die Aufmerksamkeit der Landwirte. Der Bewässerungsbedarf trat früher als gewöhnlich auf.

Herbst und Winter 2025–2026

Um die im April beobachtete Trockenheit zu verstehen, muss man auf die Bedingungen im Herbst und Winter 2025–2026 zurückblicken. Im gesamten Kanton Waadt entsprachen die Niederschläge insgesamt den Normalwerten des Referenzzeitraums (1991–2020), wobei die Monate Dezember und Januar jedoch etwas trockener ausfielen.

Nach einer Phase mit deutlich überdurchschnittlichen Niederschlägen im November blieben die Monate Dezember und Januar nahezu niederschlagsfrei. Diese Situation schränkte die winterliche Wasseraufnahme der Böden ein, die jedoch für den Vegetationsbeginn unerlässlich ist. Beobachtungen an Referenzstationen wie Payerne, Changins oder Mathod bestätigen dieses Wasserdefizit am Ende des Winters. Obwohl der Februar laut MeteoSchweiz überdurchschnittliche Niederschläge brachte, die teilweise mehr als 150 % des Normalwerts betrugen, reichten diese Zuflüsse nicht aus, um das Defizit nachhaltig auszugleichen, insbesondere in Böden mit geringer nutzbarer Gründigkeit.

Milde Temperaturen und viel Sonnenschein

Der Monat April 2026 war geprägt von milden und weitgehend sonnigen Frühlingsbedingungen. Die Durchschnittstemperaturen lagen im Kanton Waadt um 1 bis 2 °C über den saisonalen Normwerten. Die Messstationen in Payerne und Changins verzeichneten eine Abfolge von für die Jahreszeit relativ warmen Tagen, was einen raschen Vegetationsbeginn begünstigte.

Die Sonneneinstrahlung war überdurchschnittlich hoch, was mit der hohen Häufigkeit von Hochdrucklagen zusammenhing. Zudem verstärkte der regelmässige Wind in den Ebenen den Wasserverlust aus dem Boden und den Kulturen. Diese Bedingungen führten zu einer Zunahme der Evapotranspiration, die für die Jahreszeit hohe Werte erreichte (ET0 bis zu 4 mm/Tag).

Niederschlagsdefizit

Das Niederschlagsdefizit im April war im gesamten Mittelland ausgeprägt. Die monatlichen Niederschlagsmengen lagen im Allgemeinen zwischen 10 und 30 % der Normalwerte.

In den landwirtschaftlichen Gebieten der Kantone Waadt und Freiburg fielen im April nur sehr geringe Niederschlagsmengen:

· In Payerne: etwa 10 bis 15 mm

· In Changins: 15 bis 20 mm

· In Mathod: oft weniger als 15 mm, lokal nahe 10 mm

Natürlich gibt es auch innerhalb derselben Region noch Unterschiede. Diese ohnehin schon geringen Niederschläge waren zudem wenig wirksam. Bei den seltenen, meist schwachen Regenfällen drang das gefallene Wasser nicht in alle von den Wurzeln durchdrungenen Bodenschichten ein. Die Pflanzen waren daher vollständig auf die Kapillarströmung angewiesen und erschöpften die Reserven der von den Wurzeln erreichten Bodenschichten.

Hohe Evapotranspiration und negative Wasserbilanzen

Die im April beobachteten Wetterbedingungen führten zu für die Jahreszeit relativ hohen Evapotranspirationswerten. Die Schätzungen der Stationen in Payerne, Changins und jener im «Nord Vaudois» ergeben Monatswerte zwischen 70 und 90 mm (MeteoSchweiz 2026). In den sonnigsten Zeiträumen erreichten die Verluste regelmässig 3 bis 4 mm pro Tag. Da es keine nennenswerten Niederschläge gab, führten diese Werte rasch zu negativen Wasserbilanzen. In den oberflächennahen Bodenschichten (0 bis 30 cm) nahm die Feuchtigkeit rasch ab, was folgende Auswirkungen hatte:

· Eine Austrocknung der Saatbeete

· Eine eingeschränkte Wasserverfügbarkeit für Kulturen in der Anwachsphase

Wiederholte Bodenbearbeitung verstärkte diesen Trend, indem sie eine schnellere Austrocknung der oberflächennahen Schichten begünstigte.

Agronomische Folgen

In den wichtigsten Gemüse- und Kartoffelanbaugebieten, insbesondere im nördlichen Waadtland, in der Orbe-Ebene, an der Broye und in bestimmten Gebieten des Freiburger Seelandes, machten sich die Auswirkungen dieses Wasserdefizits rasch bemerkbar.

Bereits ab Mitte April musste mit der Bewässerung begonnen werden, früher als üblich. Diese Bewässerungsmassnahmen ermöglichten:

· die Sicherstellung des Auflaufs der Gemüsekulturen

· die Gewährleistung der Knollenbildung bei Frühkartoffeln gemäss den Zielvorgaben.

Diese Situation verdeutlicht die Anfälligkeit der Anbausysteme gegenüber frühzeitigen Wassermangel. Sie unterstreicht die Bedeutung einer strengen Überwachung der Bodenbedingungen bereits zu Beginn der Saison, um den Wasserbedarf vorausschauend einzuschätzen und die Anbaumethoden anzupassen.

20260428 Gland c

Bewässerung einer Frühkartoffelparzelle im April

Authorin: C. Gillabert, 2026.

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